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Museum Baruther Glashütte Sonderausstellung_Petroleum!_2024

Sonderausstellung_Petroleum!_2024

Kontext: Sonderausstellung in Glashütte ab 23.6.2024:
Die Ausstellung über Petroleumleuchten führt die bedeutende „Sammlung Wild“ (Ehepaar Ludwig/Hundertmark) und Bestände/Schwerpunkte des Museum Baruther Glashütte zusammen.
Petroleumleuchten sollen als technische Gebrauchsgegenstände, als kunsthistorisch/kunstgewerblich hochwertige Objekte und als Berlin-Brandenburgisches Kulturgut und Wirtschaftsprodukt dem Publikum vermittelt werden. Im „Leuchten-Panorama“ (Installation an der Nordseite des Ausstellungsraumes) wird der Schwerpunkt auf die Firma Wild & Wessel gelegt. „Es entsteht ein Überblick über die Vielfalt einer Lampenherstellungsfirma und deren Qualitätsanspruch. Es sind viele Gusslampen in der Festschrift abgebildet, aber es gibt auch Leuchten aus Glas und Majolika. Man kann die kunsthandwerkliche Entwicklungen der Zeit ablesen und könnte natürlich auch das Thema der Belieferung mit technischen Bestandteilen wie Brenner und auch Glaszylinder, sowie Schirme, Kugeln und Tulpen mit aufnehmen“ (Beata Hundertmark).

[ 41 Objects ]

Petroleumlampe Wild und Wessel Nr. 2356

Petroleumleuchte, Fabrikat Wild & Wessel, Nr. 2356 (...). Zinkguss-Fuß (?) mit medaillenartigen maskeronartigen Ornamenten am Leuchtenkörper, Petroleumbassin aus Glas eingebaut im oberen Leuchtenkörper. 20 ``` Agnibrenner von W&W mit Zahnstangengetriebe. Sanitierte Tulpe (Lamenschirm). Die Leuchte wurde von dem Modelleur E. Greier entworfen. Sammlung Villa Wild und Abbildung aus Jubiläumskatalog Wild und Wessel, Nr. 2356 (auf Tafel 35 .... ) Kontext: Sonderausstellung in Glashütte ab 23.6.2024: Die Ausstellung über Petroleumleuchten führt die bedeutende „Sammlung Wild“ (Ehepaar Ludwig/Hundertmark) und Bestände/Schwerpunkte des Museum Baruther Glashütte zusammen. Petroleumleuchten sollen als technische Gebrauchsgegenstände, als kunsthistorisch/kunstgewerblich hochwertige Objekte und als Berlin-Brandenburgisches Kulturgut und Wirtschaftsprodukt dem Publikum vermittelt werden. Im „Leuchten-Panorama“ (Installation an der Nordseite des Ausstellungsraumes) wird der Schwerpunkt auf die Firma Wild & Wessel gelegt. „Es entsteht ein Überblick über die Vielfalt einer Lampenherstellungsfirma und deren Qualitätsanspruch. Es sind viele Gusslampen in der Festschrift abgebildet, aber es gibt auch Leuchten aus Glas und Majolika. Man kann die kunsthandwerkliche Entwicklungen der Zeit ablesen und könnte natürlich auch das Thema der Belieferung mit technischen Bestandteilen wie Brenner und auch Glaszylinder, sowie Schirme, Kugeln und Tulpen mit aufnehmen“ (Beata Hundertmark).

Petroleumlampe Wild und Wessel Nr. 1600

Petroleumleuchte, Fabrikat Wild & Wessel, Nr. 1600 (...). Zinkguss-Fuß mit Putto-figuralem Leuchtenkörper, auffälig sind griff-/henkelartige Applikationen (2x). Petroleumbassin Klarglas. Ohne Lampenschrim (auf historischem Vorbild). Sammlung Villa Wild mit gelipptem Milchglasschirm. 1880-1890. Sammlung Villa Wild und Abbildung aus Jubiläumskatalog Wild und Wessel, Nr. 1600 (auf Tafel 37 unten links) Kontext: Sonderausstellung in Glashütte ab 23.6.2024: Die Ausstellung über Petroleumleuchten führt die bedeutende „Sammlung Wild“ (Ehepaar Ludwig/Hundertmark) und Bestände/Schwerpunkte des Museum Baruther Glashütte zusammen. Petroleumleuchten sollen als technische Gebrauchsgegenstände, als kunsthistorisch/kunstgewerblich hochwertige Objekte und als Berlin-Brandenburgisches Kulturgut und Wirtschaftsprodukt dem Publikum vermittelt werden. Im „Leuchten-Panorama“ (Installation an der Nordseite des Ausstellungsraumes) wird der Schwerpunkt auf die Firma Wild & Wessel gelegt. „Es entsteht ein Überblick über die Vielfalt einer Lampenherstellungsfirma und deren Qualitätsanspruch. Es sind viele Gusslampen in der Festschrift abgebildet, aber es gibt auch Leuchten aus Glas und Majolika. Man kann die kunsthandwerkliche Entwicklungen der Zeit ablesen und könnte natürlich auch das Thema der Belieferung mit technischen Bestandteilen wie Brenner und auch Glaszylinder, sowie Schirme, Kugeln und Tulpen mit aufnehmen“ (Beata Hundertmark).

Fächerpresse für Beleuchtungsglas

Mechanische Fächerpresse zur Fertigung von gelippten Lampenschirmen. Das vorgeformte Werkstück wurde über die Presse gehalten. Ein Kollege des (auf der Bühne) arbeitenden Glasmachers betätigt das Fußpedal. Hierdurch spreizt sich die Fächerform (auch "Optik") und prägt das Werkstück, das so zu einem gelippten Lampenschirm wird. Das Werkzeug war vermutlich in der Glasfabrik in Welzow (1920er Jahre?) in Funktion.

Einblasform für Lampenzylinder

Die Einblasform für Lampenzylinder war in der Germaniahütte Welzow (Prägung, Schriftschliff) in Funktion. Auch die Kennzeichnung "lang" findet sich eineprägt in das Werkzeug. Glasmacher konnten stehend von der Bühne in dies am Boden stehende Zylinderform einblasen. Diese wurde von einem Kollegen/Hilfsarbeiter(-in) bedient. Im Ergebnis konnte als Halbzeug ein Werkstück aus zwei zusammenhängenden großen Lampenzylindern entnommen werde. Nach der Abkühlung im Kühl- respektive Entspannungsofen konnte der "Doppelzylinder" in der Schleiferei "abgesprengt" als getrennt und von seiner produktionsbedingten "Kappe" befreit werden.

Öllampe

Kleine mundgeblasene Öllampe mit kugelförmigen Rüböllbehälter, Henkel und Stiel mit Fuß. Mundgeblasenes Stück, um 1800, Metallring zur Aufnahme des Dochtes, welcher fehlt. Abschnitt: Lichttechnik

Tischleuchte, Gastischleuchte

Gastischeleuchte, Messing, mit säulenartigem Fuß, Stellrad und geschliffenem, geätzten Lampensichirm. Exponat in der Sonderausstellung "Petroleum!", 2024. Technische Nische Gasbrenner für den Privathaushalt waren eine Randerscheinung. Argand-, Moderateur- und vor allem Petroleumleuchten waren die übliche Beleuchtung in geschlossenen Räumen. Erst das elektrische Leitungssystem ermöglichte eine Lichtart, die nicht mehr von dezentraler Versorgung abhängig war. Auch gab es kulturelle und technikängstliche Vorbehalte gegenüber dem privaten Gaslicht. Gastischleuchte, um 1830, Leihgabe Technikmuseum Berlin

Werkzeugtasche Petroleumleuchte, Renigung

Die handgenähte und bestickte Schmucktasche diente der Aufnahme von Petroleumreinigungswerkzeugen wie Bürsten u.a. Die rot bestickte Losung/Forderung lautet Vergiss nicht am Morgen die Lampen zu besorgen. Die Tasche dient der Aufnahme einer Zugglas-/Zylinderbürste, die auf dem Stoff gestickt ebenso abgebildet ist wie ein Petroleumleuchte im oberen Teil der "Werkzeugtasche". Das Stück wird in der Ausstellung "Petroleum! Leuchten des 19. Jahrhunderts" gezeigt, Glashütte, 2024. Der Haushaltsgegenstand bezeugt den großen Aufwand, Petroleumlampen zu pflegen und zu reinigen, um gutes, nicht rußendes Licht zu erhalten.

Argand-Leuchte

Argand-Leuchte, Messing, mit Fuß, Schirmring, Ölreservoir und Brenner ARGAND-LAMPE Beleuchtungsglas ist eine wichtige Sortimentgruppe der Glasindustrie. Im 19. Jahrhundert bildete sich besonders in der Niederlausitz ein Branchensegment der Beleuchtungsglasindustrie, zu der auch die Baruther Glashütte gehörte. Die neuen Produkte »Lampenschirm« und »Glaszylinder« verdanken sich der Erfindung von Francois Ami Argand Endes des 18. Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund des neuen Wissens des Sauerstoffverbrauchs bei einer Verbrennung (Lavoisier) entwickelte er Lampenzylinder, hohle Dochte, spezielle Brenner und Lampenschirme. Seine Erfindung (Argand- oder Schiebelampe) in Paris war die Voraussetzung für die Massenproduktion der Beleuchtungsglasindustrie und ist ein gutes Beispiel für europäischen Techniktransfer.

Werkzeugtasche für Petroleumlampe

Die handgenähte und bestickte Schmucktasche diente der Aufnahme von Petroleumreinigungswerkzeugen wie Bürsten u.a. Die rot bestickte Losung/Forderung im oberen Teil lautet "Die Lampen rein gibt hellen Schein". Die Tasche dient der Aufnahme einer Zugglas-/Zylinderbürste, die in ein mit einer Blume besticktes Taschenfach gesteckt wurde. Auf einer größeren Tasche findet sich ein technich-florales Motiv bestickt. Das Stück wird in der Ausstellung "Petroleum! Leuchten des 19. Jahrhunderts" gezeigt, Glashütte, 2024. Der Haushaltsgegenstand bezeugt den großen Aufwand, Petroleumlampen zu pflegen und zu reinigen, um gutes, nicht rußendes Licht zu erhalten. Leihgabe: Edelgard von Frieling.

Einblasform für Lampenschirm

Metall-Einblasform für Lampenschirme, vmtl. in Nutzung in der Glasfabrik Welzow, um 1960, Positiv: Doppelkonus. Prägung mit Nummer 25038. Metall gegossen, teilweise verschraubt.

Einblasform für Lampenschirm

Holz-Einblasform für Lampenschirme, vmtl. in Nutzung in der Glasfabrik Welzow, um 1960, ggf. auch Filialbetrieb Baruther Glashütte Positiv: Getreppte (6 Ringe/Stufen) Konische Form. Holz, genagelt, gekrampt.

Einblasform für (4) Lampenzylinder (Petroleum)

Metall-Einblasform für Lampenzylinder, vmtl. in Nutzung in der Glasfabrik Welzow, um 1930, ggf. auch Filialbetrieb Baruther Glashütte 4fach geteilte Form für 4 Zylinder mit einer Höhe von je ca. 18 cm. Prägung/Typenschliff: "WSch34 3 '''

Einblasform für Lampenöltanks (Petroleum)

Metall-Einblasform für Lampenöltanks r, vmtl. in Nutzung in der Glasfabrik Welzow, um 1930, ggf. auch Filialbetrieb Baruther Glashütte

Petroleumpendelleuchte

Große Petroleumleuchte mit Lampenkörper aus Keramik (Majolika/Fayence). Dieser reliefiert floral erhaben ornamentiert. Gegossene Ketten und Armaturen zur Aufhängen. U.a. Eulen- und Wappenschild-Motivik. Schiebegewicht. Milchglaslampenschirm, Zylinder, Brenner. Um 1890. Hersteller unbekannt. Wohl nicht Wild und Wessel.

Petroleumleuchte, Wild und Wessel, Nr. 216

Petroleumleuchte mit Keramik-/Porzellanfuß. Schlichte neoklassizistische Dekoration durch Malerei, Henkel und Vasenform. Leuchte offenbar ohne Katalogüberlieferung bei Wild & Wessel. Die Leuchte wird gezeigt in der Glashütter Sonderausstellung "Petroleum!" in 2024 Gruppentext (Entwurf9 Keramische Leuchten Porzellan und Majolika als Materialien für die Körper der Petroleumlampen gewannen in den 1880er Jahren an Bedeutung. Wild und Wessel geben auch chinesische und japanische Hersteller an. Unter den deutschen Produzenten hatten die Porzellanmanufakturen in Berlin (KPM) und Meißen eine große Bedeutung. Die Porzellanhersteller lieferten nicht nur die Armaturen, sondern wirkten auch an deren Gestaltung mit. So war Professor P. Schley, Bildhauer und Vorsteher der plastischen Abteilung der Königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin, für Wild und Wessel tätig (Modell Nr. 1453). Alle Leuchten Wild & Wessel, Keramik: Oben, von links: Nr. 416 und “braun”, 1880-1890??? Mitte, von links: Nr. 31 und 2270, 1880-1894??? Unten, von links: Nr. 2605, 2605, 1880-1894??? Hinweis-Klimabilanz: Ein Beispiel dafür ist eine Petroleumleuchte. Lampenschirm, Zylinder und Tank aus Glas verursachten in der Herstellung etwa 270 Gramm CO2. Geht man von einer 40jährigen aktiven Nutzung der Lampe aus, mag in dieser Zeit 5310 kg klimaschädliches Gas in die Atmosphäre durch den Brennerbetrieb gelangt sein. Zweifellos sind solche Werte schwer zu ermitteln. In der Festschrift „50 Jahre Wild und Wessel“, 1893, gibt die berühmte Berliner Lampenfabrik den stündlichen Petroleumverbrauch beim Betrieb mit den „Kosmosbrenner“ an mit 44 Gramm (1g=0,8ml; 44g=35,2ml). Der „Lebensdauer-Wert“ geht von 56.960 Stunden aus.

Gemälde Glasfabrik Welzow

Der Maler Max Rosenfeld fand 1922 mit der Germaniahütte in Welzow ein faszinierendes Motiv. In der Ofenhalle arbeiten die Mitgleider der Werkstellen am Hafenofen. Sie stellen im Mundblasverfahren mit Hilfe von Formen Lampenschirme und Zylinder her. Jugendliche Einträger transportieren die glühenden Artikel in die "Entspannungsöfen" (Kühlöfen). Die Zylinder, die auf den Einträgergabeln balancieren, müssen noch auseinander gesprengt udn geschliffen werden. Das Glaswerk Welzow war in der Zwischenkriegszeit ein Konkurrent der Baruther Glashüttenwerk. In den Jahren 1977 bis zur Schließung des VEB Glashütte im Jahr 1980 war dieser Tochterbetriebe vdes VEB Welzow. Holzrahmen (außer Bilddokumentation). Das Objekt wir 2024 in der Sonderausstellung "Petroleum! gezeigt.

Argandlampe (Leuchte)

ARGANDLAMPE Der vermeintlich technikferne Industrieort Glashütte verdankt seine rasante Entwicklung im 19. Jahrhundert Erfindungen in Paris und Birmingham: 1783 erfand Francois Ami Argand (1743-1794) auf der Grundlage der neuen Sauerstoffheorie Antoine Lavoisiers (1743-1794) die Schiebelampe in Paris. Diese “französische” oder “Schiebelampe” mit Hohldocht, Glaszylinder und Stellrad wirkte mit Ihrer Lichtstärke von 15 Watt verblüffend auf das Publikum. [1856 ließ sich Friedrich Siemens den Regenerativgas-Hafenofen für die Glasindustrie in Birmingham patentieren.] Die neue Lichttechnik der hellen Argandlampe war die Voraussetzung für die Produktion von Millionen Lampenzylindern und Lampenschirmen, die ökonomisch nur mit dem energiesparenden Siemens-Ofen gefertigt werden konnten. Glashütte guckte über den „Tellerrand“ und zeigte sich europäisch innovativ. Leihgabe Stadtmuseum Dahme

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