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StadtPalais - Museum für Stuttgart Migrationsgeschichte [o.Inv. (Privatbesitz)]
Kinderpuppe "Diego" aus Kolumbien (Stadtmuseum Stuttgart CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Stadtmuseum Stuttgart (CC BY-NC-SA)
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Kinderpuppe "Diego" aus Kolumbien

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Description

Gisela Vallejo wurde 1986 in der kolumbianischen Kleinstadt Armenia geboren. Als sie noch ein Kind war, wurde ihr Vater von Guerllias getötet. Gisela und ihre beiden Geschwister mussten von da an ihre alleinstehende Mutter in dem großen Haushalt entlasten. Trotz dieser belastenden Jahre gelang Gisela ein guter Schulabschluss. Sie erhielt ein Studien-Stipendium und studierte Englisch, Französisch und Deutsch. Die Motivation und Inspiration, Sprachen zu lernen, kam durch die Schwestern ihres Vaters. Drei der fünf Tanten waren ins Ausland gezogen und erzählten stets interessante Geschichten aus den fremden Ländern. Durch das Studium wollte auch sie sich einen Weg nach Europa bahnen. Nach ihrem Abschluss entschied sie sich zunächst, als Au-Pair nach Europa zu kommen. Auf einer Internet-Vermittlungsseite fand sie eine sympathische Familie, bei der sie sich bewarb. So gelangte Gisela im Juni 2008 nach Stuttgart. Nach dem ersten Jahr als Au-Pair absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr als Betreuerin an einer Schule. Anschließend bewarb sie sich an der Uni für einen neuen Studiengang (Maschinelle Sprachverarbeitung), da sie nicht mehr vorstellen konnte, den Lehrerberuf ein Leben lang auszuüben, und bekam einen Platz im Studiengang Computerlinguistik.

In dem Jahr als ihr Vater starb, erhielt sie zu Weihnachten (vom "Jesus Kind", denn in Kolumbien kommt kein Weihnachtsmann) eine Puppe, die sie auf den Namen ihres Vaters, Diego, taufte. Die Puppe war für sie somit der Enkel von Diego senior. Sie hat immer mit der Puppe geschlafen, "ich glaube, damit würde ich sterben", sagt sie.
Als sie nach Deutschland zog, hat Gisela Diego nicht gleich mitgenommen, aus Angst, die Puppe könnte in der Grenzkontrolle auf der Suche nach Drogen auseinander genommen werden. Sie vermisste Diego sehr in dieser Zeit. Wenn sie zu Hause anrief, fragte sie immer: "Mama, wie geht es Diego?" Als ein Freund von ihr dann in Kolumbien zu Besuch war, nahm er die Puppe mit nach Stuttgart, wo sie nun wieder an Giselas Seite sein kann.

Material/Technique

Kunststoff

StadtPalais - Museum für Stuttgart

Object from: StadtPalais - Museum für Stuttgart

Was macht Stuttgart so besonders? Und wie ticken die Stuttgarter*innen eigentlich? Das StadtPalais – Museum für Stuttgart ist viel mehr als ein...

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